Kapitel 11 von 12

Die Fortsetzung im Leben

Wenn ich ihr wirklich gerecht werden will, dann nicht nur in Sprache, sondern im Leben.

Dann muss das, was sie in mir an Realität geweckt hat, eine Fortsetzung finden.

Dann muss ich lernen, meine oft viel zu großen Bilder mit kleinen Schritten zu verbinden. Dann muss ich meine oft überpräsente Sehnsucht nicht abschaffen, sondern führen. Dann muss ich verhindern, dass ich mich wieder vollständig im Kopf verliere, während das Leben draußen wartet.

Dann wird aus Erinnerung Orientierung.

Vielleicht ist das sogar die tiefste Form meiner Treue zu dem, was sie mir gegeben hat: dass ich die Wirklichkeit, wie ich sie heute wahrnehme, nicht wieder preisgebe.

Dann bleibt sie nicht nur Vergangenheit. Dann bleibt sie wirksam. Nicht als Schatten über allem Kommenden, sondern als Ursprung, aus dem ich Kraft ziehen darf. Nicht als unantastbares Ideal, sondern als Schlüsselfigur meines Werdens. Nicht als Wunde, die ich pflege, sondern als Wahrheit, die ich ehre.