Kapitel 3 von 12

Die Asymmetrie

Unsere Verbindung war platonisch. Das ist die nüchterne Außenbeschreibung. Die innere Wahrheit war komplizierter.

Ich wollte mehr. Nicht immer gleich laut, nicht immer gleich bewusst, aber so war es. Mal war es Hoffnung, mal stiller Schmerz, mal Spannung, mal Antrieb, mal Last.

Ich lebte mit dieser Asymmetrie über viele Jahre, und sie war Teil unseres Feldes, auch wenn sie nicht immer ausgesprochen wurde. Heute sehe ich, wie viel Kraft mich das gekostet hat. Und genauso klar sehe ich, wie billig es wäre, unsere ganze Geschichte darauf zu reduzieren.

Ich war nicht nur der Mann, der mehr wollte und es nicht bekam. Ich war auch der Mensch, der durch diese Verbindung gewachsen ist.