Realität
Ich war lange stark im Kopf. Reich an Bildern, Symbolen, Bedeutungsräumen, Sehnsuchtsarchitekturen, Deutungen und inneren Welten. Ich konnte Atmosphären bauen, Geschichten fühlen, Menschen aufladen, aus kleinen Zeichen große Felder machen.
Das war eine Kraft — und zugleich eine Fluchtmaschine.
Während ich innerlich Welten erzeugte, fehlte mir oft die Bodenhaftung, die Alltagstragfähigkeit, das Nüchterne, das Reale, das nicht glitzert, aber hält.
Sie hatte davon mehr.
Nicht, weil sie einfach „besser", sondern weil sie in vielem klarer, geerdeter und lebensnäher war. Sie lebte nicht nur in Möglichkeit, sondern in Wirklichkeit. Nicht nur in Sehnsucht, sondern in Konsequenz. Nicht nur in Intensität, sondern in Tragfähigkeit.
Wenn ich ihre Wirkung zur Essenz verdichte, dann ist es:
Sie hat mich in die Realität geholt.
Das klingt so einfach. In Wahrheit ist es übergroß.